Erfahrungen sexualisierter Gewalt in der Lebensgeschichte alter Frauen

Sexualisierte Gewalt gegen Frauen ist seit den 80er Jahren bis heute zu einem öffentlichen Thema geworden. In der Altenarbeit ist es allerdings immer noch sehr tabuisiert. In ihrer Arbeit begegnen Pflegende, TherapeutInnen und Betreuende oft Verhaltensweisen, die auf traumatisierende Erfahrungen wie Vergewaltigung in der Ehe, sexualisierte Gewalt in der Kindheit, frauenspezifische Kriegserlebnisse, usw. hindeuten. Diese Erlebnisse wurden von den alten Frauen bisher  möglicherweise nie thematisiert und aufgearbeitet. Da ein traumatisches Erlebnis eine Ohnmachtssituation darstellt, können diese durch eine Pflegebedürftigkeit (= ohnmächtige Situation) im Pflegealltag von den alten Frauen wieder erinnert werden.
Pflegende und andere fühlen sich damit allerdings meist völlig überfordert und können so nicht genügend auf die spezifischen Bedürfnisse der betroffenen Frauen eingehen. Auch fehlt ihnen meist das Wissen um die Folgen von sexualisierten Gewalterlebnissen, um psychische Traumata und so auch das Wissen um einen entsprechenden Umgang damit.
Dadurch erhalten alte Frauen bei entsprechenden Verhaltensweisen oftmals Diagnosen wie z. B. Demenz, Depression oder HOPS mit den entsprechenden medikamentösen und therapeutischen Behandlungen und anderen – für sie oft folgenschweren – Konsequenzen.

In diesem Seminar wird Frauengeschichte unter dem Aspekt der sexualisierten Gewalt vorgestellt und es werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie Pflegende und andere betroffene Frauen angemessen und traumaorientiert unterstützen und sie vor Trauma-Aktivierungen schützen können. Dazu werden die Ursachen von Traumata und Traumafolgestörungen (Posttraumatische Belastungsstörung) aufgezeigt.

Anhand konkreter Fallgeschichten aus der Praxis der TeilnehmerInnen werden Pflegeplanungen erarbeitet.
Zudem werden Methoden der Stressbewältigung und Ressourcenstärkung für sowohl die betroffenen Frauen als auch für die Pflegenden vorgestellt.

Methoden:

• Vortrag, Gespräch, Gruppenarbeit
• Imaginationen
• Einsatz verschiedener Medien

Alle Einheiten beinhalten neben den theoretischen Teilen genügend Raum für praktische Übungseinheiten und Austausch.
16 Unterrichtsstunden
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